Partnerschaft und Respekt! 2.Teil mit Übungen
Partnerschaftlicher Respekt!
Was kann ich tun, wenn der Respekt in der Partnerschaft verloren
gegangen ist, wenn man nur mehr miteinander schimpft, sich beschimpft, nörgelt, jammert, raunzt, unglücklich ist, vielleicht sogar nur mehr schweigt?
Einen sein / seine PartnerIn nur mehr stört?
1)Was macht das mit mir?
2) Was macht das mit meinem/meiner PartnerIn?
1:) Man ist unzufrieden – meist wegen etwas ganz anderem, nur man sagt
nichts mehr und lenkt die Aufmerksamkeit auf etwas, über das man nörgeln
kann oder nichts mehr sagt.
Dieses Schweigen dient doch nur zur Bestrafung beider! Selbst weiß man
nicht, wie man was sagen soll, aber das Gegenüber soll auf jeden Fall
leiden. Durch dieses Verhalten geht der Respekt gegenüber dem/der
PartnerIn verloren. Wenn man seinen Gedanken zuhört, merkt man, dass man
sich selbst sagt …er/sie weiß das nicht. Ich muss ihr/ihm das schon
wieder sagen – in der Situation ist er/sie zu
dumm/naiv/stur/einfältig/blöd/unwissend/kann nicht usw. – eben respektlos
2:)was macht das nun mit meinem/meiner PartnerIn? Er/sie versteht
vermutlich die Welt nicht mehr. Wenn man über Tage/Wochen schweigt,
verletzt dies zutiefst. Das Gegenüber fühlt sich ausgeschlossen, allein
gelassen, hilflos! Man kann über ein Problem, das es ja geben muss,
nicht sprechen. Man ist ausgeschlossen vom Partner/ der Partnerin. Wenn
mein/e PartnerIn ewig nörgelt, nie ist etwas in Ordnung ist, dann
speichert sich im besten Fall ab, sie/er ist ein/e NörglerIn – er/sie
kann nicht anders. Ich hör nicht hin. Aber es kostet Nerven, es
verletzt immer ein wenig. Dadurch wird systematisch die Liebe zerstört.
Auch hier verliert man mit der Zeit den Respekt.
Denn Respektloisigkeit in der Beziehung ist der Tod der Liebe.
Übung : Was tun?
1.) sich selbst bewusst machen, was will ich wirklich, was stört mich
wirklich, was wünsche ich mir wirklich von meinem/meiner PartnerIn? Was
glaube ich, dass ich nicht tun oder machen darf in der Partnerschaft?
Sich seiner Wünsche und Träume bewusst werden, seine persönlichen Werte
überprüfen.
2.)Sich dann für einander Zeit nehmen und das Thema ansprechen: Schatz
in unserer Beziehung hat sich eine Unsitte eingeschlichen. Bitte nimm
dir Zeit, dass wir es in Zukunft besser machen. 3.) dann sich wirklich
Zeit nehmen und über alles sprechen!
4.) wenn das sprechen schwer fällt, gibt es eine schöne Übung, wie man
sich wieder annähern kann. Ein Partner fängt an und schreibt
seinem/seiner PartnerIn einen Brief, in dem steht wie seine Gefühle zu
ihr/ihm sind, was er/sie sich wünscht und wie er/sie in der letzten
Woche verschiedene Dinge empfunden hat. Das gibt man dann seinem/seiner
PartnerIn, diese/dieser darf aber nichts dazu sagen – schläft quasi
darüber. Dann lässt man mindestens 3-5 Tage vergehen.
Anschließend darf mein Gegenüber mir sagen, was er/sie zum Brief denkt und fühlt .
Du sagst nichts dazu, sondern schreibst ihr/ihm einen Brief, in dem steht,
was du dir in der Partnerschaft wünschst, deine Gefühle zu ihm/ihr. Wie
du ihre/seine Worte verstanden hast, verstehst und empfindest, wie
deinen letzte Woche war in bestimmten persönlichen Situationen.
Dann nach 3-5 Tagen wieder das Gleiche: diesmal sprichst du und sie/er hört
zu.
Wieder neuer Brief….. Es dürfen aber keine Beleidigungen oder
Anklagen in den Brief geschrieben werden, es soll nur um die eigenen
Gefühle gehen.
Immer so hin und her.
So kann man sich seiner Gefühle
bewusst werden und sich wieder annähern.
Das Ganze kann über viele Monate hin und hergehen.
Aus meiner Erfahrung sind es max 4-8 Briefe,
bis man wieder gut miteinander kommunizieren kann. Was gibt es Schöneres
als sich respektvoll und liebevoll zu begegnen.
3.) wenn es persönliche Punkte gibt wie unbegründete Eifersucht oder
verschiedene Ängste, persönliche Themen, die einem die Beziehung schwer
machen oder meinem /meiner PartnerIn – ich bin gerne für euch da, ruft
mich an oder schreibt mir.
Eure Heidi Schwaiger-Färber
Respektvoller Umgang im Beruf – Teil 1
Respekt ist kein Luxus – er ist die Grundlage gesunder Arbeit
Ich habe das Gefühl, dass der Respekt unter den Menschen zunehmend verloren geht. Besonders deutlich zeigt sich das im Berufsleben.
Große Handelsfirmen geben ihren Mitarbeitenden vor, wann sie auf die Toilette dürfen. Jeder Handgriff ist durchoptimiert, ständige Einsatzbereitschaft wird vorausgesetzt. In vielen Fällen weiß eine Angestellte heute nicht, ob – und wie – sie morgen arbeitet. Zweimal im Jahr krank zu sein, kann bereits die Kündigung bedeuten.
Natürlich müssen Unternehmen gewinnorientiert arbeiten. Doch was wir hier erleben, hat oft bereits Züge moderner Ausbeutung.
Arbeiten ohne Wertschätzung
In solchen Firmen arbeitet man nicht gern. Man tut, was man tun muss – aber keinen Handgriff mehr. Der Respekt gegenüber dem Arbeitgeber geht verloren, weil er zuerst den Respekt gegenüber dem Menschen verloren hat.
Unternehmen stehen heute im Grunde vor einer klaren Entscheidung:
- Entweder sie arbeiten weiterhin im alten Stil strenger Hierarchien und Kontrolle.
- Oder sie schaffen eine wertschätzende, offene und kooperative Arbeitskultur, von der sowohl die Mitarbeitenden als auch das Unternehmen profitieren.
Respekt, Vertrauen und echtes Miteinander sind keine weichen Faktoren – sie sind Erfolgsfaktoren.
Und wie ist es bei Freiberuflern und Direktberatern?
Auf den ersten Blick scheint es dort besser zu sein. Doch schaut man genauer hin, zeigt sich oft das Gegenteil.
Auch hier erleben viele Berater permanenten Druck: „Du musst. Nur so geht es. Mehr Leistung. Mehr Tempo.“ Gerade in einem Bereich, in dem Menschen lernen, wachsen und sich entwickeln sollen, wäre Respekt besonders wichtig.
Allein die Tatsache, dass jemand zu einer Schulung kommt, Zeit investiert und sich bemüht, verdient Anerkennung. Jeder Mensch gibt sein Bestes – und wird sich mit Unterstützung weiterentwickeln.
Gute Schulungen stärken Menschen
Nach einer guten Schulung oder einem Seminar sollten die Teilnehmenden gestärkt, motiviert und voller neuer Ideen nach Hause gehen. Daran erkennt man Qualität.
Viele Direktberater arbeiten zusätzlich noch hauptberuflich in anderen Jobs – oft genau in den Strukturen, in denen Druck und Respektlosigkeit bereits Alltag sind. Wird dieser Druck dann auch noch im Direktvertrieb weitergegeben, entsteht ein fataler Kreislauf.
Druck wird weitergegeben – bis zum Kunden
Menschen geben Druck weiter. Am Ende landet er beim Kunden.
Doch Kunden akzeptieren keinen Druck. Sie kaufen, wann und wo sie wollen. Sie möchten respektvoll wahrgenommen und ehrlich beraten werden.
Druck erzeugt Gegendruck. Respektlosigkeit erzeugt Respektlosigkeit. Beides macht auf Dauer krank.
Steig aus dem Kreislauf aus
Es ist möglich, auszusteigen.
Suche dir Menschen, die dich respektieren. Arbeite mit Unternehmen, die dich wertschätzen. Verbinde dich mit Beratern, die deine Stärken stärken – statt deine Schwächen zu bestrafen.
Menschliche Unterstützung ist kein Hindernis für Erfolg. Sie ist seine Grundlage.
Jeder Mensch ist auf seine eigene Art erfolgreich – wenn man ihn lässt.
Bei Fragen bin ich gerne für Sie da.