05Nov/18

Selbstwert Teil 2

Die Umgebung formt das Kind.
Oder: Schau dir die Freude an, dann weißt du, wer das ist.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Diese Sprüche kennen wir alle, doch der Kern dieser Aussage ist, dass eben wir Menschen immer andere modellieren, nachmachen.
Das Alter von 8-13Jahren ist die Modellierperiode jedes Menschen, hier lernt das Kind durch Nachmachen seine Strategien, um sich in der Welt zurechtzufinden.
Natürlich schaut das Kind zuerst seine großen Vorbilder an: Mama/Papa. Welchen Selbstwert hat denn Mama/ Papa, weiß sie/er was sie/er wert ist? Schätzt sie/er sich selbst oder zeigt der Papa ihr z.B. „Ohne mich kannst du nicht überleben.“ Oder „Ohne mich kannst du es nicht schaffen.“ Und Mama ist brav, ruhig ……. zeigt durch ihr Verhalten, dass es so ist.
Was lernt denn da ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge.
Eine Frau ist weniger wert als ein Mann!
Männer haben mehr Rechte?
Ohne Mann kann eine Frau mit Kindern nicht sein………
Frauen müssen gehorchen …..
Das kleine Mädchen nimmt nun dieses Modell als ihres an.
Das Mädchen mag dann zwar in der Pubertät dagegen rebellieren, doch tief in ihrem Unterbewusstsein haben sich diese negativen Glaubenssätze festgemacht. Sich zeigen oder sichtbar wird sich dieses Programm erst, wenn das Mädchen zur Frau wird.
Ich erlebe es immer wieder; taffe, starke Frauen gründen eine Familie, bekommen Kinder und auf einmal ist der Selbstwert der Frau verschwunden.
Sie stürzt in eine Selbstwertkrise. Eben genau deswegen haben sich die Eltern in der Modellierperiode des Mädchens scheiden lassen oder steckten in einer schweren Krise. Sie hat das negative Modell übernommen und aus der Kindheit schallt die Erinnerung wie ein schwarzer Schatten hervor.

Kinder bekommen ein Familiensystem als Modell, das nicht gesund ist. Leider glauben auch heute noch viele Eltern, dass es gut wäre für die Kinder, wenn sie wegen der Kinder zusammenbleiben.
Dazu möchte ich sagen, dass es in den wenigsten Fällen wirklich gut ist. Behandeln sich die Eltern wertschätzend, ist dann Respekt und Achtung noch wirklich in der Familie oder bindet nur das Geld. Einer der Partner muss ja dann Unterhalt zahlen und sieht seine Kinder vielleicht wenig. Leider ist das meist der Hauptgrund.
Wegen der Kinder zusammenzubleiben würde wirklich heißen, Mann und Frau machen gemeinsam Therapie-Gespräche so lange, bis beide einen Weg gefunden haben, wie sie gut miteinander leben können, voll Liebe und Respekt. Das würde bedeuten zum Wohle der Kinder, damit diese die Eltern gut modellieren können, arbeiten beide Partner/Elternteile so lange an der Beziehung, bis die Schwierigkeiten ausgeräumt sind und beide Elternteile wieder respektvoll, wertschätzend miteinander umgehen.
Ein guter Streit reinigt die Luft. Zum Streiten gehören immer zwei. Einer alleine ist nie schuld. Wertschätzend zu streiten wird natürlich auch von den Kindern als Modell genommen.
Als Elternteil muss man sich bewusst machen, dass die Kinder zuschauen.
Wir Menschen sind empathische Wesen. Wir fühlen jeden Tag, jede Sekunde. Das beginnt nicht erst als Erwachsene, nein, schon als Säugling beginnt es. Babys sind ja anfangs über die Nabelschur mit der Mutter verbunden und bekommen nicht nur Nahrung von der Mutter, sondern sie bekommen auch ihre Gefühlswelt mit. Nach der Geburt ist das kleine Wesen total mit der Mutter verbunden. Wie ein unsichtbares Band, das die Gefühle der Mutter zum Kind sendet, aber auch umgekehrt. Das ist gut so, die Mutter schaut ihr Kind an und weiß, wie es ihm geht. In der Modellierphase spürt das Kind genau das stimmt das nicht. Es weiß genau, der Papa liebt die Mama nicht mehr oder umgekehrt …….All die Unstimmigkeiten fühlt das Kind und versucht es einzuordnen. Wenn nun das kleine Mädchen oder der kleine Bub in der Prägungsphase schon so geprägt ist, wenig wert zu sein, dann noch in der Modellierphase das Gleiche sieht, was kann denn dann herauskommen? Als Erwachsener schallt dann das Echo der Vergangenheit immer wieder „Ich bin nichts, ich bin wertlos, …“

In den Hunderten Hypnosen, die ich gemacht habe und dabei die Menschen gedanklich in die Vergangenheit geführt habe, wo sie diese Erinnerungen gespeichert haben, war es der Großteil der Erinnerungen wie eben Großeltern oder Eltern sich selbst schlecht gemacht haben, sich gegenseitig ihren Wert nicht gaben.
All das nehmen unsere Kinder so wie wir unsere Eltern modelliert haben, ob wir wollen oder nicht.

Darum seid gute Vorbilder, denn unsere Kinder machen uns nach.

 

29Okt/18

Mein Selbstwert 1Teil

„Ich kämpfe mit meinem Selbstwert, mein Selbstwert ist zu gering, ich habe keinen Selbstwert, ich glaube mein Problem liegt daran, dass ich keinen Selbstwert habe…“, sagen mir immer wieder Kundinnen.
Es stimmt, mit einem guten Selbstwert gibt es bestimmte Probleme gar nicht. Man lässt nicht über seine Grenzen gehen, weiß was man wert ist und zeigt klar seinen Wert auf.
Aber wo und wie entsteht ein gesunder Selbstwert?
Ich sage das Allerwichtigste ist die Prägungsperiode mit 0-7Jahren.
Hier wird unser Selbstwert geprägt. Von 0-3 Jahren kann ein Baby noch nicht unterscheiden zwischen Ich und du. Nach der Geburt ist es gar total verbunden mit seiner Mutter. Gut sichtbar wird dies, wenn die Mama nervös ist, dann ist es das Baby auch. Der/Die Kleine schreit ewig, ist unruhig … in Wirklichkeit hat die Mutter ein Problem. Löst sich das Problem der Mutter, wird der Säugling ruhig. Entspanntes Baby – entspannte Mama.
Lehnt sich die Mutter ab, findet sich hässlich, eben nicht wertvoll, so übernimmt das Baby dieses Grundgefühl.

Wenn sich dann die totale Verbundenheit löst und das Zwergerl zwischen Du und Ich unterscheiden kann, beginnt das Modellieren, das Abschauen wie es Mama/Papa machen. Gehen die Eltern wertschätzend mit sich um? Oder lassen sie sich von außen unterdrücken? Macht die Mama/der Papa Dinge, die sie/er gar nicht machen will, lässt sie/er sich von außen manipulieren, was sie/ihn danach unglücklich macht? „Ich will das nicht, aber man macht das so.“ Können die Eltern nicht „Nein“ sagen?
Das Baby spürt all diese Unstimmigkeiten der Mutter/ des Vaters und daraus baut es sich jetzt seinen Selbstwert zusammen.
Wenn nun das Baby heranwächst und keiner sagt dem kleinen Wesen, wie wunderbar es ist, wie schön, wie herrlich, wie lieb, wie toll, wie einzigartig, wie gut, wie gescheit, wie … es ist

„NUR“ dass die Eltern auf ihn/sie stolz sind z.B. weil er/sie jetzt schon sitzen kann, seinen Apfel isst, mit den Händen klatscht, so lieb lächelt……
Eltern sollen nicht nur sagen, sondern auch zeigen, wie toll es ist. Dies ist unerlässlich für den Selbstwert.
Ja wie soll dann ein kleines Wesen, das wie ein unbeschriebenes Blatt Papier ist, beschrieben werden, wenn es keiner tut!

Babys müssen fühlen und hören wie einzigartig, wie wundervoll sie sind. Nicht nur Babys, sondern jeder Mensch braucht das, so lange er lebt! Doch in der Prägungsphase ist es unerlässlich zur Bildung des Selbstbewusstseins. 

Was tun?
Hierzu gibt es viele Übungen.

Ich liebe dazu die Hypnose, speziell zugeschnitten auf einen bestimmten Menschen, denn das Unterbewusste weiß nicht, ob es Fantasie ist oder Realität und wenn man sich in der Fantasie vorstellt, wie wunderbar die eigene Kindheit war und man die negativen Erinnerungen gedanklich entkoppelt und umschreibt, dann kann man sich so seinen Selbstwert reparieren.

Mit Glaubenssätzen zu arbeiten, ist natürlich auch sehr wichtig.
Ich liebe mich
Ich bin wertvoll
Ich bin super, gut
Ich bin ein toller Mensch…

Diese Glaubenssätze, die man sich täglich, am besten vor dem Spiegel, morgens und abends 10 x laut vorsagen sollte, tun in ihrer Kontinuierlichkeit sehr gut. Hier passt das Sprichwort gut: „Steter Tropfen höhlt den Stein“

Mit Wing Wave lassen sich diese Glaubensätze gut im Unterbewusstsein verankern.

Ein Tagebuch führen, notieren, was ich jeden Tag gut gemacht habe, was mir toll gelungen ist.
Das Schreiben mit der Hand ist Kommunikation mit dem eigenen Unterbewussten. Sicher, am Anfang ist es ungewohnt, doch wenn man einmal damit begonnen hat, spürt man die heilende Wirkung der Worte.

 

 

23Sep/18

Du musst loslassen!

Kinder werden groß, wollen ihr eigenes Leben führen und ihre eigenen Erfahrungen machen. Doch dies ist oft nur leicht gesagt!
Fängt das Loslassen nicht schon bei der Geburt an? Wir Mütter müssen unsere Kinder aus unserem Bauch rauslassen. Bald wollen sie in ihren Bettchen schlafen, krabbeln …. Das erste große Loslassen ist Kindergarten oder Krabbelstube. Hier werden wir das erste Mal so richtig durchgebeutelt:
„Mein Baby braucht mich den halben Tag nicht!“.

Doch es ist auch ein Bewusstwerden, wer bin ich als Person und was mache ich nun mit MIR als Frau-Mensch?

Wenn man mehrere Kinder hat, dauert dieses Bewusstwerden etwas länger.
Wenn dann das Kind mit der Schule fertig ist und beginnt in die Arbeitswelt einzutreten, spätestens da muss man auslassen.
Kinder müssen fliegen, damit sie wiederkommen können. Das ist das natürliche Abnabeln.
Wir Mamas müssen uns dann etwas Anderes suchen. Hier fangen viele Frauen erst an, sich wirklich kennenzulernen.

Die berühmten Fragen: „Was mag ich wirklich? Was macht mir wirklich Freude?“
Sichtbar wird das oft zuerst im Job, man fühlt sich in der Arbeit nicht mehr wohl, denn in Wirklichkeit machte man diese Arbeit nur wegen der Familie (Arbeitszeit, Lohn…)

Meine Empfehlungen dazu:

  • Schreibe dir in ein kleines Büchlein, was du vor den Kindern gern gemacht hast. Führ für einige Zeit ein Tagebuch. Schreib hinein, was dir besonders Freude gemacht hat am Tag, was gut war.
  • Hör in dich hinein, was dich wirklich interessiert, was du gerne machst. Bei welcher Tätigkeit verlierst du dein Zeitgefühl?
  • Geh zu Vorträgen, in Ausstellungen, unternimm einmal etwas ganz anderes?
  • Um etwas Neues zu lernen, ist es nie zu spät!
  • NLP ist ein Werkzeugkasten, um sich wundervoll selbst, aber auch andere, kennenzulernen.

 Auch mit 40 Jahren oder 50 Jahren ist es fein, einen Job zu machen, der einem Spaß macht, an dem man Freude hat. Denn nur, wenn man als Mutter glücklich ist mit sich und dem, was man tut, schafft man es, auszulassen und den Kindern zu vertrauen, dass sie ihr Leben meistern.

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, arbeiten gehen, gilt es loszulassen und auf das zu vertrauen, was man ihnen beigebracht Hat. Kinder dürfen auch ihre Erfahrungen machen genauso wie wir. Als Mama und Papa sind wir, auch wenn sie groß und alt sind, immer da. Aber wie gesagt, wir müssen unsere Kinder fliegen lassen, damit sie nach Hause kommen können. Überbesorgte Mamas oder Papas schrecken nur ab.

Man kann nur loslassen, wenn man etwas Anderes hat, das man gern hat.

Freu mich von euch zu hören oder zu lesen.

25Jun/18

Wir wollen doch alle nur unsere Bedürfnisse pflegen? Oder?

JA
1 .)„Ich mache das doch nur, weil ich sie/ihn liebe.“
2.)„Ich wünsche mir nichts mehr, als dass es ihr/ihm gut geht.“

3.)Oder etwas egoistischer: „Das steht mir zu!“
4.)„
Sie/er muss sich verändern, sonst verlasse ich sie / ihn.“
5.)„Ich halte
sie/ihn nicht aus, immer das Gleiche“

6.)…………………………………………………………………………..

All das höre ich immer wieder.
Aber wer sagt denn, dass mein/e Herzallerliebste/r das tatsächlich will, braucht oder mag? In den seltensten Fällen ist es so, dass unser Handeln mit solchen Grundaussagen wirklich ein Liebesdienst ist. Wir glauben, dass unser Partner für solch ein Handeln dankbar ist, das will oder es sonst nicht geht – oder wir wollen, dass es so ist. Wenn wir tief in uns hinein hören, entdecken wir allerdings, dass sich ein ungelöstes negatives Erlebnis unserer Vergangenheit zu einem gegenwärtigen Problem entwickelt hat. Wir projizieren unsere eigenen Vorstellungen aus einer Angst heraus auf unseren Partner. Dadurch soll sich das Erlebte nicht wiederholen. Wir halten an unseren Vorstellungen fest und laufen eigenen Bildern nach.

Beispiel: Frau, 45 Jahre, 1 Kind und Patchwork-Familie: Mein Partner muss sich ändern, sonst gehe ich. Nie redet er mit mir, wenn er ein Problem hat. Nie…“
Nach einer Systemischen Beratung – sie war in der Mutter-Rolle und einer WingwaveSitzung wurde ihr klar, dass sie ein Kindheitstrauma hat. Ihre Mutter bestrafte sie immer wieder mit Nicht-Beachtung. Sie wurde tagelang von ihr wie Luft behandelt. Ihr eigener Mann konnte mit ihr nicht über die Probleme, die ihn persönlich betrafen, gleich sprechen ihm musste die Problematik der Situation erst selbst bewusst werden. Er musste zunächst für sich selbst darüber schlafen. Auch wollte er erst eine eigene Lösung finden, um seine Frau nicht zu belasten. Das hat er ihr dann, nachdem sie ihre Blockade losgelassen hat, gesagt.
Ist das nicht schön? Er wollte sie beschützen, aber durch ihr Trauma nahm sie es ganz anders war. Für sie war es ein Ausschließen, ein Nicht-Wahrnehmen und Ignorieren.

Anderes Beispiel: Mann, 38 Jahre: „Ich mache das, damit es ihr gut geht.“ Sie soll zuhause bleiben, bei unserem Kind (9 Jahre). Sie aber möchte 15Std arbeiten gehen. Sie sagt, wir brauchen ja das Geld. Aber in Wirklichkeit möchte sie unter Menschen eine Abwechslung zu Kind und Mann. Aber der Mann war ja bei mir in der Sitzung Nach einer Rückführung in die Kindheit wurde ihm klar, dass seine Mutter alleine war mit zwei Kindern und dem spielsüchtigen Vater. Die Mutter ging 50 Std arbeiten und hat den ganzen Haushalt alleine gemacht. Dem Mann wurde dadurch bewusst, dass die Mutter total überfordert war und keine Zeit oder auch keine Lust auf den Vater hatte, der er immer das ganze Geld verspielte und nächtelang weg war. Als dem Mann dies bewusst wurde, verstand er seine Frau. Von da an war es für ihn eine Erleichterung, dass sie arbeiten ging – er freute sich für sie.

Meist stehen hinter unseren Ausweich-Strategien Blockaden aus früheren Traumata. Zunächst können wir uns einreden, dass unser Handeln zum Wohl unseres Partners ist, doch meist sind es ungelöste Probleme unserer Kindheit. Aus den daraus entstandenen Ängsten entstehen falsche Glaubenssätze und eine Angst, der wir uns nicht stellen wollen.
Doch hinterfragen Sie diese Glaubenssätze: Sind sie wahr? Wer sagt das? Woher kommt diese Annahme? Was steht dahinter? Denn wir alle wollen ja diesen negativen Gefühlen, die dahinter steht stehen, ausweichen.
Würde mich freuen
, wenn ihr mir eure Meinung schreibt.

Eure Heidi Schwaiger-Färber