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04Jun/18

Falscher Platz im System?!

Ich verstehe meinen Mann/meine Frau nicht!
Ich verstehe mein Kind nicht…
In Familienaufstellungen sieht man immer wieder, dass ganz oft die Ursache der Missverständnisse der falsche Platz im System ist.

Beispiel:
Frau versteht nicht, warum der Mann nie Geld hat – Betonung nie! Er zahle ja nur den Kredit und das Auto! In einer Aufstellung kommt dann heraus, dass die Frau in der Rolle des Kindes stand –sie quasi die Energie des Kindes hatte und dadurch nicht sehen konnte, dass der Mann auch regelmäßig einkaufen ging oder alle großen Anschaffungen machte. Beide konnten durch diesen blinden Fleck nicht sehen, dass die Rechnung, die sie aufstellten, so nie funktionieren konnte.
Die Frau wollte einen Vater, der seine Tochter beschützt und ihr alles bietet, was sie braucht und es keine Sorgen wegen Geld gibt. „Papa, bitte versorge mich.“
Gleichzeitig aber war der Mann noch immer von seiner ersten Liebe blockiert.
Er: „Das, was ich gebe, muss reichen, darüber brauchen wir gar nicht sprechen“
Als es für beide sichtbar wurde und gelöst werden durfte, wurden beiden binnen einer Woche ihre Fehler in ihren Rechnungen bewusst und, oh welch ein Wunder, Gespräche kehrten in die Beziehung ein. Ich sah das Paar dann noch einmal zu einem Systemischen Gespräch. Die Beziehung bekam dann eine neue Tiefe, die endlich von der Liebe am rechten Platz getragen wurde.

Zweites Beispiel:
Tochter, 12 Jahre alt, glaubt, sie sei erwachsen, schreit mit allen, weiß alles besser, ist aggressiv. Die Mutter war schon sehr verzweifelt, egal was sie sagte, das Töchterchen hörte nicht. Schulisch wurde die Tochter auch rapide schlechter … Früher war sie ja so lieb und brav!
In der Aufstellung zeigte sich, dass die Tochter am falschen Platz stand. Sie war in der Rolle der Mutter, die Mutter war dadurch die Rivalin, die natürlich unbewusst vertrieben gehörte. Der Vater musste ja bestraft werden, wenn er mit der Rivalin zusammen war.
In der Aufstellung gelang es, dieses Durcheinander zu lösen. Die Tochter wusste nichts von der Aufstellung, nur der Vater, also beide Eltern waren da. Auch war noch im System der Mutter stark verankert, dass Frauen nichts lernen dürfen und sowieso Hausfrauen und Mütter sind.

Ca. drei Wochen danach pendelte sich das Schulproblem ein. Auch war die Tochter danach nicht mehr so aggressiv. Mit der Mutter hatte ich dann noch drei Sitzungen, in denen wir systemisch Strategien und Lösungen erarbeiteten. Danach war die Pubertät der Tochter angenehm. Heute ist diese schon eine erwachsene Frau und hat einen tollen Beruf erlernt (super Studium – Frau Doktor).

Drittes Beispiel:
Frau/Mann kommt zu mir: „Ich finde keine/n Partner/in“ Sie/er hat niemanden, ist schon so lange allein, immer wenn es ernst wird, ist er/sie weg.
Bei der Aufstellung zeigt sich dann, dass da wer ist, ein Partner/eine Partnerin. Auf meine Frage, wer das sein könnte, immer fragende Augen und zögerlich kommt dann zum Vorschein: ja für Sex gibt es jemand, aber nur für Sex. Das ist keine Beziehung das ist nur Sex! Ggggg
Aber in der Aufstellung zeigt es sich eindeutig, das ist der/die Partner/in. Wie soll da ein Neuer/eine Neue kommen, wenn man jemand hat, auch wenn es nur Sex ist und man sich anlügt und diesen Menschen doch gern hat. Warum auch immer dies nicht für die Öffentlichkeit geeignet ist  – zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu arm, zu reich, verheiratet …. Erst wenn man alleine steht, kann man wirklich eine/n neune/n Partner/in, die/der ernsthaft an einer Beziehung interessiert ist, anziehen.
Erst dann, ansonsten zieht man nur Partner an, die auch gebunden sind. Wie auch immer. Man kann auch mit der eigenen Mutter oder dem eigenen Vater energetisch verbunden sein. Jeder kennt den Ausdruck „das Muttersöhnchen“, aber das gibt es in jeder Variation.
Nur wenn man wirklich alleine ist, seine alten Beziehungen gelöst hat, kann etwas Neues kommen.

In einer Aufstellung wird eben Unbewusstes sichtbar. Verborgenes kommt zum Vorschein. Den richtigen Platz zu haben, ist essentiell. Eine Frau gehört zum Mann und umgekehrt. Kindern gehört die Zukunft. Unsere Ahnen sind unsere Wurzeln.

16Feb/18

NLP Meine Erfahrungsberichte und wie ich NLP lieben und schätzen lernte!

2007 machte ich meine Ausbildung bei Prof. Franz Pesendorfer.
Was sich wie ein roter Faden durch seine Ausbildung zog, war:
„Was ist dein Ziel?“
nämlich „privat“, „beruflich“, in einem Jahr, in fünf Jahren.
Ehrlich, ich hatte mir davor nicht so viele Gedanken gemacht über meine Ziele, außer „Ja, ich will“.
Wir machten verschiedene Übungen und Mediationen an diesen Wochenenden und mir wurde klar: bisher lief ich wie ein blindes Henderl umher, funktionierte nach dem Prinzip – auf eine Aktion folgte meinerseits eine Reaktion.

Damals fing ich an, mir jedes Jahr um die Weihnachtszeit Gedanken zu machen, was willst ich im nächsten Jahr bewegen, erreichen, erleben. Dabei auch das große 5-Jahres-Ziel bzw. das 10-Jahres-Ziel immer vor Augen.
In den letzten 17 Jahren war eines meiner größten Ziele privat und ich bin megastolz, dieses Ziel erreicht zu haben. Sicher gab es die eine oder andere Kurve, doch am Schluss zählt, was herauskommt. Nun kann ich auslassen, loslassen.
Ich liebe meine Kinder.
Am ersten Wochenende wurde auch das Tool „VAKOG“ vorgestellt:
V- Visuell
A- Auditiv
K-Kinästhetisch
O-Olfaktorisch
Wir Menschen gebrauchen unsere Sinne unterschiedlich. Wir richten uns danach aus. Je nachdem sind wir mehr im Fühlen oder im Sehen, abhängig davon, wie wir geprägt sind.
Es bestehen große Unterscheide, wie wir Menschen unsere Sinne gebrauchen, viele von uns bevorzugen grundsätzlich oder zu bestimmten Zeiten eines oder mehrere dieser Repräsentationssysteme.

Ich zum Beispiel war zu dieser Zeit extrem kinästhetisch, ich fühlte alles. Mein Mann sagte etwas und ich war im Fühlen, ich war gefangen in meinen Gefühlen. Mein Mann hingegen war im Kopf, er versuchte mir zu erklären, zu zeigen gggggg aber Hirn war aus. Da wurde mir klar, so kann Kommunikation nicht funktionieren.
Ich lernte mich aus der Situation zu nehmen und auch die Dinge von einer anderen Ebene anzuschauen. Denn jede Geschichte hat zwei Seiten.
Ich lernte zuzuhören, was spricht mein Gegenüber „wirklich“.
Wie oft machen uns Missverständnisse das Leben schwer, weil wir uns alle auf unterschiedlichen Repräsentationssystemen unterhalten!

Ich sprach vom Ausflug, erzählte, wie es dort schön war, wie toll es sich angefühlt hat, herrlich (kinästhetisch) – mein Partner berichtete z.B., dass das Essen furchtbar war, egal, wo wir hinkamen -nix Gescheites zum Essen (olfaktorisch)
Ein kinästhetischer Mensch spürt dann sofort die Ablehnung und das Missverständnis ist geboren.

Allein nach dem ersten Wochenende fühlte ich mich so gestärkt und motiviert noch mehr zu lernen, ich spürte wie gut mir diese Erkenntnisse taten. Damals hatte sich für mich eine neue Welt aufgetan.

Heute habe ich so viel von dem Gelernten in mein Leben integriert, dass ich sagen kann, NLP ist in jeder Lebenslage unersetzlich – privat wie beruflich.